Die Mohshärte ist eines der wichtigsten Merkmale bei der Mineralbestimmung. Sie beschreibt den Widerstand eines Minerals gegen das Ritzen durch einen anderen Körper. Die nach Friedrich Mohs benannte Mohsskala umfasst zehn Referenzminerale mit Härtegraden von 1 bis 10.

Mit einer einfachen Ritzprobe lässt sich die Härte vieler Minerale auch zu Hause näherungsweise bestimmen. Dafür benötigt man nur wenige Hilfsmittel und möglichst eine unauffällige Stelle der Mineralprobe.

Mohsskala – Härtegrade von 1 bis 10

Die Mohsskala ist eine relative Härteskala. Ein härteres Mineral kann ein weicheres ritzen. Die Abstände zwischen den Härtegraden sind nicht gleich groß.

Mohshärte Referenzmineral Bestimmung / Vergleich
1 Talk Mit dem Fingernagel sehr leicht ritzbar.
2 Gips Mit dem Fingernagel ritzbar (ca. 2–2,5).
3 Calcit Mit einer Kupferspitze ritzbar; Fingernagel reicht nicht aus.
4 Fluorit Mit geeignetem Stahlwerkzeug ritzbar, nicht mit Kupfer.
5 Apatit Mit härterem Stahl ritzbar; Glas und Stahl sind nur grobe Vergleichsmaterialien.
6 Orthoklas Ritzt gewöhnliches Fensterglas; Vergleich mit Feldspat oder Quarz.
7 Quarz Ritzt Glas und viele Stähle; wird von Topas geritzt.
8 Topas Ritzt Quarz; Bestimmung mit Referenzmineralen.
9 Korund Ritzt Topas; Referenzmineral erforderlich.
10 Diamant Ritzt Korund; höchste Stufe der Mohsskala.

Hinweis: Die Härte von Alltagsgegenständen ist nicht immer konstant. Kupfermünzen bestehen häufig aus Legierungen, und die Härte von Stahl hängt von seiner Zusammensetzung und Wärmebehandlung ab. Für genauere Ergebnisse empfiehlt sich ein Mohs-Härteprüfset.

Mohshärte bestimmen – Schritt für Schritt
Mohshärte von Mineralien bestimmen – Ritzprobe zur Härtebestimmung nach der Mohsskala

  1. Probe vorbereiten: Eine saubere, möglichst ebene und unauffällige Stelle auswählen.
  2. Vergleichsmaterial wählen: Zunächst einen Fingernagel, eine Kupferspitze oder ein anderes Material bekannter Härte verwenden.
  3. Ritzprobe durchführen: Mit mäßigem Druck über die Oberfläche ziehen.
  4. Ritzspur kontrollieren: Die Oberfläche abwischen. Eine echte Ritzspur bleibt bestehen; ein oberflächlicher Abrieb des Prüfmaterials lässt sich entfernen.
  5. Härte eingrenzen: Mit einem härteren oder weicheren Vergleichsmaterial weiterprüfen. Bei ähnlicher Härte kann eine vorsichtige Gegenprobe helfen.

Beispiel: Ein Mineral lässt sich nicht mit dem Fingernagel ritzen, wird aber von einer Kupferspitze geritzt. Seine Mohshärte liegt näherungsweise zwischen 2,5 und 3.

Achtung: Ritzproben können Kristalle, polierte Steine und wertvolle Sammlerstücke dauerhaft beschädigen. Deshalb möglichst nur an unauffälligen Stellen testen.

Typische Minerale nach Mohshärte

Die folgenden Beispiele zeigen die ungefähre Ritzhärte bekannter Minerale und Materialien. Einige besitzen Härtebereiche und können deshalb zwischen zwei Stufen liegen.

Mohshärte 1: Talk, Pyrophyllit (1–2), Graphit (1–2).

Mohshärte 2: Gips, Halit (2–2,5), Chlorit (je nach Mineralart etwa 2–3), Schwefel (1,5–2,5).

Mohshärte 3: Calcit, Baryt (3–3,5), Anhydrit (3–3,5), Biotit (2,5–3).

Mohshärte 4: Fluorit, Dolomit (3,5–4), Sphalerit (3,5–4), Malachit (3,5–4), Rhodochrosit (3,5–4).

Mohshärte 5: Apatit, Hämatit (5–6), Obsidian (vulkanisches Glas, etwa 5–5,5), Lapislazuli (Gestein, etwa 5–5,5).

Mohshärte 6: Orthoklas, Olivin (6,5–7), Opal (5,5–6,5), Rutil (6–6,5), Pyrit (6–6,5).

Mohshärte 7: Quarz, Turmalin (7–7,5), Granat (je nach Art etwa 6,5–7,5), Zirkon (6,5–7,5).

Mohshärte 8: Topas, Spinell (8), Beryll (7,5–8), einschließlich Smaragd und Aquamarin.

Mohshärte 9: Korund, einschließlich Rubin und Saphir; Chrysoberyll (8,5), einschließlich Alexandrit.

Mohshärte 10: Diamant.

Härte ist nicht gleich Bruchfestigkeit

Die Mohshärte beschreibt ausschließlich die Ritzhärte. Sie ist nicht mit der Bruchfestigkeit oder Zähigkeit eines Minerals gleichzusetzen.

Ein Diamant besitzt die Mohshärte 10, kann aber bei einem Schlag entlang bestimmter Spaltebenen brechen. Nephrit ist dagegen weniger hart, besitzt aufgrund seiner faserigen Struktur jedoch eine hohe Zähigkeit.

Fazit

Die Mohshärte ist ein einfaches und wichtiges Bestimmungsmerkmal. Mit einer Ritzprobe und geeigneten Vergleichsmaterialien lässt sich die Härte vieler Minerale auch zu Hause näherungsweise bestimmen.

Für eine zuverlässige Mineralbestimmung sollten zusätzlich weitere Eigenschaften wie Dichte, Strichfarbe, Glanz und Spaltbarkeit berücksichtigt werden.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Ratgeber Mineralien bestimmen – Merkmale und Methoden der Mineralbestimmung sowie im Mineralien-Lexikon.